Heilmittelbericht: Weniger Behandlungen, aber höhere Umsätze im „Pandemie-Jahr“ 2020

Die Umsätze im Heilmittel-Bereich sind im Jahr 2020 aufgrund gesetzlicher Neuregelungen durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) deutlich gestiegen. Trotz temporärer Behandlungsrückgänge, die durch die Corona-Pandemie bedingt waren, wurden 2020 rund 9,3 Milliarden Euro für Heilmitteltherapien abgerechnet. Damit ist der durchschnittliche Umsatz je GKV-Versicherten von 2018 auf 2020 um 27,5 Prozent gestiegen. Das zeigt der aktuelle Heilmittelbericht des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Obwohl es infolge der Pandemie einen Rückgang von 4,4 Behandlungen je GKV-Versicherten im Jahr 2019 auf 4,1 Behandlungen im „Corona-Jahr“ 2020 gab, stieg der durchschnittliche Pro-Kopf-Umsatz im gleichen Zeitraum von 120,70 Euro auf 126,90 Euro je GKV-Versicherten. Es gab also insgesamt mehr Geld für weniger Behandlungen. Hinzu kamen noch Mittel aus dem Rettungsschirm für Heilmittelerbringer in Höhe von 814,5 Millionen Euro, die 2020 zum Ausgleich zunächst erwarteter, aber dann doch nicht eingetretener Umsatzeinbrüche infolge der Pandemie an die Heilmittel-Praxen gezahlt wurden und die nicht in die Berechnung eingeflossen sind.

Vor allem der Bereich der Podologie profitierte im Jahr 2020 von den gesetzlichen Neuregelungen und der Umstellung regionaler Preise auf sogenannte Höchstpreise, die seit Mitte 2019 greifen: Hier stiegen die Umsätze je 1.000 GKV-Versicherte von 2018 auf 2020 um durchschnittlich 34,3 Prozent. Diese Umsatzsteigerung ging mit einem Anstieg der Behandlungsmenge um 7,8 Prozent einher. Im Bereich der Ergotherapie war im gleichen Zeitraum eine Umsatzsteigerung von 31,7 Prozent zu verzeichnen, in der Stimm- Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie waren es 29,4 Prozent. Der ausgabenstärkste und vom Verordnungsumfang größte Heilmittelbereich war die Physiotherapie: Hier stieg der durchschnittliche Umsatz je GKV-Versicherten von 2018 auf 2020 um mehr als ein Viertel (26,1 Prozent).

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